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  • AutorenbildThomas

#2.5 Rumdümpeln im Bodden

⌘ Rügen (D)

Aufgrund der Windvorhersage sind wir früher als geplant in den Gewässern Rügens. Uns bleiben einige Tage zum "Vertrödeln". So erkunden wir das ehemalige Marinegelände "Bug", durchfahren die schmalen Fahrwasser zum Jassmunder Bodden und genießen die dortige Ruhe gut geschützt vor dem kräftigen Ostwind. Abgesehen vom kurzen und freundlichen Besuch der Polizei, müssen wir uns schon ziemlich Mühe geben, Menschen zu begegnen. Entlang des Ufers führt ein schöner Wanderweg, mit regelmäßigen Abzweigungen in den Kiefernwald. Dahinter hört man das Rauschen der anrollenden Ostsee.

Hoch die Segel

Nach mehreren windigen Ostwindtagen ist ein Dreher über Nord auf West vorhergesagt. Perfekt für die Strecke nach Stralsund. Also los, ich bringe Ari von "Wohn-" wieder in "Fahrtenmodus" und wenig später sind wir unterwegs. Es geht immer brav durch die Fahrwasser um keine Überraschung zu erleben. Einmal, ziemlich zu Beginn, passiert es aber doch. Es fühlt sich an, als würde uns etwas festhalten. Ich peile die Tonnen vor und hinter uns. Wir sind minimal neben dem Fahrwasser. Es folgt der Blick aufs Echolot...na hoppla! Das ist zu flach mit abgelassenem Schwert. Krass, wie abrupt das Fahrwasser endet.

Nach etwas Aufholen des Schwertes und anluven ist die Situation geklärt. Die Wassertiefe passt wieder. So segeln wir durch die wirklich schöne Boddenlandschaft. Erst unter Vollzeug und später nur noch unter Blister.

Offene Bereiche wechseln sich mit engen Passagen ab. Entspanntes aber sehr aufmerksames Segeln. Regelmäßig zeigen uns Schwäne, Angler und einmal auch ein Reh, wo es zu flach ist. Eine willkommene Abwechslung nach den letzten Schlägen, bei denen es nur geradeaus ging und wenig zu beachten war.

Ankern vor Parow

Ich habe noch wenig Lust auf Hafentrubel. So fällt der Anker vor der kleinen verschlafenen Ortschaft Parow. Stralsund ist keine 2NM entfernt. Nach zwei Tagen ohne nennenswerte Aktivitäten oder Erlebnisse gehts dann in die Citymarina. Wir schlängeln uns an den Heringsanglern vorbei und machen am Kopf des Gaststeges fest.

Citymarina Stralsund

Die Meinungen über diesen Hafen gehen sehr stark auseinander. Einzig die Lage loben alle.

Abgesehen davon kann auch ich leider wenig positives hervorheben. Die Nähe zur Altstadt und der Blick sind schon toll. Ansonsten stehen Preis und Leistung aber in keinem Verhältnis. Die Hafenmeister erinnern eher an arg unmotivierte und gnatschige Kassierer. Wir haben 28€ Liegegebühr + 5€ Servicepauschale pro Tag gezahlt. Darauf angesprochen, dass ich keinen weiteren Service benötige und auch nur noch zwei Tage an Bord bin, kam die Antwort: "Das ist Pauschal und wie soll ich kontrollieren, dass Sie nicht doch Wasser und Strom ziehen." Ich war baff und habe kurz überlegt, wieder abzulegen. Einige Tage später beim Verlängern taucht diese "zwingende Pauschale" komischerweise nicht mehr auf...nicht aufregen, nur wundern!

Weiter gehts bei den Sanitäranlagen. Die sind in wirklich keinem guten Zustand. Zumindest die "alten" beim Hafenmeister. Über das neuere Ponton am Gästesteg kann ich nichts sagen, denn das hat nur zur Hauptsaison geöffnet. Alt ist das eine, ungepflegt etwas ganz anderes! Und wer denkt, mit der Servicepauschale wäre die Dusche bezahlt, irrt gewaltig. Selbst das warme Wasser am Waschbecken muss extra bezahlt werden. Von meiner bezahlten und trotzdem kalten Dusche und der Reaktion des Hafenmeisters darauf will ich erst gar nicht anfangen...

Kurzum: Wenn überhaupt aufgrund der Lage für einen kurzen Aufenthalt zu empfehlen. Ansonsten lieber nördlich der Mole ankern, oder auf die neuen Wasserwanderplätze auf Dänholm ausweichen.

Preis und Leistung passen leider nicht zusammen. Das es ganz anders geht, beweist z.B. Sassnitz!

Heimaturlaub

Zwei Tage später gehts für Judy und mich in die Heimat. Endlich sehen Shaima und ich uns wieder! Martins Geburtstag sowie der Start seiner Reise müssen gebührend gefeiert werden und die Eltern werden auch nochmal besucht. Schöne Tage sind es! Aris Rufe werden allerdings immer lauter und so ist der kleine Leihwagen einige Tage später bis unters Dach vollgestopft wieder auf dem Rückweg. Kaum an Bord, treffen wir erneut auf Moritz und Felix mit ihrem frisch gekauften Boot. Dazu aber mehr im nächsten Eintrag.




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